thewritingfranz

29 Feb, 2008

Teil 2 Wildschützenfortsetzungskrimi

— geschrieben von thewritingfranz @ 10:48

Hans strich seiner Frau zärtlich über das Haar. "Höre auf zu weinen, ich bitte dich". Das Schluchzen seiner Frau, in das nun auch die Kinder einfielen, zerriss ihm das Herz. "Den Aktionären werde ich es zeigen", dachte er, "erschießen müsste man sie, aber ich bin zu sehr Christ. Verzeihen aber kann ich ihnen auch nicht lieber Gott, da forderst du zu viel im Neuen Testament." Er öffnete die Falltür zum Keller und stieg die steile Treppe hinab. An der Wand stand ein alter Kasten, der schon lange nicht mehr geöffnet worden war. Die Blumen, mit denen er bemalt war, waren schon verblichen, nur die zwei Edelweiss in der Mitte jeder Tür leuchteten durch den Staub, als wären sie nicht vor zweihundert Jahren aufgemalt worden, sondern gestern. "Hans stieß einen fürchterlichen Fluch aus: "Solange die zwei Edelweiß ihre Farbe nicht verlieren, werde ich wildern und jeden Hirsch, jede Gämse und jedes Reh zwischen Goisern und Aussee schießen, so wahr mir Gott helfe! Kein Jäger wird mich aufhalten können, kein Jagdherr wird je wieder eine Beute machen, wenn ich es verhindern kann. Hunger und Blut sollen über sie kommen, wie die sieben Plagen im Alten Testament, vor allem Blut! Damit sollen sie für den Hunger meiner Kinder büßen."

Lieber Leser, Du kannst jetzt die Geschichte fortsetzen oder einen Kommentar an den ich mich nach Möglichkeit halten werde, dazu abgeben.


Kommentare

  1. Die gejagten Aktionäre

    Ich greife hier lieber zum Kommentar, als zur Forsetzung:

    Das Blut der Neuen Ökonomie klebt nur zum Teil am Nadelstreif. Das neue Kapital wurde gesellschaftsfähig gemacht, aber nicht vergesellschaftet. Diese Behauptung möchte ich kurz erläutern.

    Unsere neue Altersversorgung zum Beispiel, basiert nicht mehr direkt auf einem Generationenvertrag (die Aktiven zahlen ein, den nicht-mehr-Aktiven wird ausbezahlt), sondern in der aktiven Zeit angehäuftes Kapital soll sich in der nicht-mehr-aktiven Zeit verzinsen. Davon leben dann die nicht-mehr-Aktiven. Letztendlich fällt die Katze wieder auf ihre alten Füsse, denn "Verzinsung" kann nur durch "Ertag" erwirtschaftet werden. Würden die Aktiven, denen das angehäufte Kapital zum Arbeiten überlassen wird, keine Erträge erzielen, gäbe es auch keine Verzinsung und die Alten (nicht-mehr-Aktiven) müssten verhungern.

    Nach diesem Muster funktioniert in der Neuen Ökonomie nicht nur die Altersversorgung, sondern ein Gutteil des "öffentlichen Lebens". Die Finanzierung des Bildungswesens, des Gesundheitswesens, des öffentlichen Verkehrs, des globalen Finanzmarktes (bzw. Bankenwesens) .. verstrickt sich in unterschiedlichsten, kreativen Modellen mit dem gesellschaftsfähigen Kapital.

    Schlussfolgerung: Auch wenn wir keine Aktien besitzen, so sind wir - dem Credo der New Economy folgend - indirekte Aktionäre. Die Wenigen, die "Flassers", die darüber hinaus auch satte, private Portfeulles besitzen, sind halt die "Tüchtigen der Globalen Gesellschaft". Wir sollten stolz auf sie sein - oder?

    Wer demnach die Börsen schädigt, schädigt sich selbst. Dein Wilderer aus der Not, der aus berechtigter Wut heraus den Stutzen auf die, seine Not verursachenden Aktionäre richtet, jagt sich auch selbst.

    Ein perfektes System - oder?

    geschrieben von Hans — 05 Mär 2008, 12:58


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