thewritingfranz

25 Jan, 2008

Die klassische Sau

— geschrieben von thewritingfranz @ 18:22

Das Buch nennt sich tatsächlich "die klassische Sau, das Handbuch der literarischen Hocherotik", herausgegeben von Dr. Hermann Kinder im Haffmans Verlag, mit einer Einführung von Goethe. Goethes Einführung trägt den Titel "sei säuisch". Dies ist eine Diskussion in Versform zwischen Satan, dem Chor, einer Stimme, Mephistopheles und einem Mädchen. Der erste Vers wird von Satan gesprochen:

Die Böcke zur Rechten,

Die Ziegen zur Linken!

Die Ziegen, sie riechen,

Die Böcke, sie stinken.

Und wenn auch die Böcke

noch stinkiger wären,

so kann doch die Ziege

des Bocks nicht entbehren.

Es endet mit den Worten:

Seid reinlich bei Tage

und säuisch bei Nacht,

So habt Ihr's auf Erden am weit'sten gebracht."

aus: Paralipomena zum Faust I

Das Buch führt uns durch die klassische erotische Literatur von Pietro Aretino über Bertholt Brecht, James Joyce, Marquis de Sade, Phillipp Roth, Wolfgang Amadeus Mozart, Thomas Mann bis hin zu Hans Sachs und Arthur Schoppenhauer. Auch Felix Salten soll nicht unerwähnt bleiben, jener Wiener Schriftsteller, dem es gelang, zwei so gegensätzliche Bücher zu schreiben wie "Josefine Mutzenbacher" und "Bambi". Jedem Schriftsteller, der sich an erotische Themen wagt, wird dieses Buch zur Lektüre empfohlen. Dann kann er, wenn seine konservativen Verwandten ihn ob seiner erotischen Ausflüge kritisieren, auf seine Lehrmeister Hans Sachs ("der Bauer in der Scheide"), Wolfgang Amadeus Mozart ("Dreck! Oh Dreck! Oh süßes Wort!"), Joachim Ringenatz ("Wenn ich zwei Vöglein wär"), Johann Wolfgang von Goethe ("Besorgung und Notstand") und Peter Rosegger ("Die Nuss") sowei Francois Rabelais ("Jahn von Klopffleisch will nicht mit vollen Eiern sterben") verweisen.


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