thewritingfranz

Man jodelt nicht auf Kreta - Agnes Baltsa singt

— geschrieben von thewritingfranz @ 16:55

Eine meiner Lieblings-CDs ist die mit griechischen Volksliedern, gesungen von Agnes Baltsa. Der Titel dieser CD ist: "Songs, my country taught me (Lieder meiner Heimat)". Wenn man diese Lieder hört, kommt einem die österreichische Volksmusik arm vor, insbesonders die meiner engeren Heimat. Die Lieder meiner Heimat beschränken sich zum Großteil auf Worte wie "holadrio" und "huiodriaho". Die Melodien sind zwar schön, einen Inhalt gibt es aber nicht. Lieder mit Text setzen sich zu 90 Prozent aus den Worten zusammen: "Jaga, Dirndl, Berg, Gamserl, Wildschütz, Bua." Verbietet man in meiner Heimat das Wort "Dirndl" und das Wort "Jaga", hat man kein Lied mehr. Inhaltlich sind unsere Lieder meist auch ohne tieferes Gefühl, die Liebe beschränkt sich oft auf die Liebe zum Berg oder die Liebe zu irgend einem Blümchen, insbesonders zum Edelweiß. Ich kann das Wort "Edelweiß" schon nicht mehr hören. Leider spiegelt sich in diesen Liedern die Gefühlsarmut der Bevölkerung des Salzkammergutes, wo die Menschen oft wirklich ein Edelweiß oder einen Berg mehr lieben als andere Menschen und der Abschuß einer Gämse mehr zählt als ein Kuss.

Hört man griechische Volkslieder, so taucht man in eine Gefühlswelt ein, deren Tiefe einen beinahe in Angst versetzt. Wo sonst singt man einen Text wie: "Wind, trockne meine Segel, nimm meine Tränen, nimm mein Herz. Ich kann die Einsamkeit nicht ertragen. Wohin bringst Du mich? Was denn willst Du von mir? Ich weiß doch, Du liebst mich." Oder: "Mit einem der Züge, die mitten in der Nacht abgefahren sind, ist meine Liebe entschwunden. Ich bin allein zurück geblieben. Ich brauche Deine Hand, um mich zu stützen, Deinen tröstenden Blick, Dein Lächeln, damit sich mein Herz wieder erwärmt." Nur langsam öffnet sich die griechische Seele dem Fremden. Aber hat sie das einmal getan, weiß man, warum die Griechen solche Volkslieder haben und nicht ununterbrochen Gämsen erschießen oder Edelweiß pflücken. In Verbindung mit wunderschönen Melodien und der Stimme von Agnes Baltsa zählen daher die Lieder auf dieser CD zu den schönsten, die ich je gehört habe. Ich hoffe, dass meiner Freundin ebenfalls diese Lieder gefallen, weil es mir unmöglich ist, ihr meine Zuneigung mit einem "Huiodrio" zu erklären. In diesem Sinne erwarte ich eine Rückkehr des Zuges und verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihr thewritingfranz.


Wetterbericht aus dem Salzkammergut, dem inneren

— geschrieben von thewritingfranz @ 09:37
Es ist nicht lange her, da erzählte ich einer Linzerin, der ganztägige Nebel würde sich im Winter nur von Linz bis zur Gaswerkkurve kurz vor Bad Ischl erstrecken. Kommt man um die Kurve, schüne die Sonne. Der Teufel schläft nicht! er hat mich gehört und sofort die teuflische Inneressalzkammergutwettermaschine auf Nebel umgeschaltet. Seit zwei Tagen sehe ich den Himmel draussen nicht.Gott sei Dank aber war am Wochenende meine Ex bei mir und so hatte ich den Himmel samt Sonnenschein in meiner Wohnung.

Ein Gemälde für Liebhaber der Ägäis

— geschrieben von thewritingfranz @ 10:38

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Olympische Spiele

— geschrieben von thewritingfranz @ 09:34
Ich muß meine Wadeln noch viel trainieren. Einmal nämlich, wenn geht nächstes Jahr, will ich auf den Mount Olympus. Der ist ganz schön hoch, aber den Göttern da oben scheint es immer gut zu gehen, also kann das Klima am Gipfel nicht allzu wild sein. Mit Zeus einmal bauernschnapsen, das wären meine olympischen Spiele. Und noch einen Traum habe ich seit langem: Endlich einmal das Stadion in Olympia laufend zu umrunden. Der Platz vor dem Stadion ist einer der schönsten Plätze der Welt, mit uralten Olivenbäumen bewachsen unter denen es sich herrlich ruhen, denken und nichtdenken und Kraft tanken läßt.

Das Land der Griechen mit der Seele suchen

— geschrieben von thewritingfranz @ 19:15
Die Winterdepression hält mich wieder einmal umfangen. Da tut es mir gut, meine Gedanken abschweifen zu lassen und von Ferientagen in Griechenland zu träumen. Dann sitze ich nicht auf meiner Couch und blicke in den Schneefall vor dem Fenster, sondern liege im heißen Sand von Matala oder ich sitze bei meinem Freund Spiros im Schatten und blicke auf das dunkelblaue Meer und führe gebratene Sardinen und Tomatensalat mit Olivenöl abwechselnd zum Mund. Ab und zu blättere ich auch in meinem eigenen Buch, das meine Reise durch Kreta beschreibt samt Kretas Olivenbäumen, köstlichem Olivenöl, griechischen Göttern, von denen ich auch gerne einer wäre, attraktiven Griechinnen, klugen Philosophen und Sonne, Meer und Sternenhimmel. Eigentlich bin ich überrascht, dass mein Buch sich nach einigen Tagen im Internet bereits wie von selbst verkauft, Hermes scheint mit mir zu sein. Jetzt warte ich ab was Aphrodite dazu sagt.

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